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Bessere Gruppenfotos als Hochzeitsfotograf

von Gil Gropengießer

von Gil Gropengießer

Ich schreibe über Fotografie, Selbstständigkeit und Kreativität.

Gruppenfotos haben zu unrecht einen schlechten Ruf.

Ja, auch wir waren so arrogant anzunehmen, dass Gruppenfotos unter unserem Niveau sind. Wir haben wenig Wert auf die Fotos gelegt und immer versucht, diesen Teil der Hochzeit so schnell wie möglich hinter uns zu bringen.

Sicher sind Gruppenfotos nicht immer eine kreative Herausforderung. Es kommt aber auch ganz darauf an, was man für Gruppenfotos macht.

Wir sind es unseren Kunden ohnehin schuldig, ihnen immer dass bestmögliche Produkt abzuliefern. Das gilt natürlich auch für Gruppenfotos! Darüber hinaus haben wir die Wünsche unserer Kunden zu respektieren.

Ungefähr die Hälfte unserer Kunden wünschen sich keine Gruppenfotos. Wir raten dennoch immer dazu, zumindest ein Foto mit den wichtigsten Menschen zu machen. Das können Familienmitglieder sein oder Freunde. Es dauert nicht lange und die Bedeutsamkeit solcher Fotos ist manchen vor der Hochzeit nicht immer bewusst.

Wir als Fotograf:innen können auf die Wichtigkeit solcher Fotos zumindest hinweisen und erklären, dass es schnell geht und sehr unkompliziert ist.

Das klassische Gruppenfoto sind unterbewertet in einer Zeit, in der Natürlichkeit und Authentizität eine große Rolle spielen. Aber auch Gruppenfotos müssen nicht steif und ernst sein. Mehr dazu weiter unten!


Folgende Punkte besprechen wir vor der Hochzeit mit dem Paar

  1. Wünsche erfragen
    Möchten das Paar auch Variationen oder einfach nur klassische Gruppenfotos? Möchten sie auch Fotos in Bewegung, ohne dass jemand in die Kamera schaut? Es geht hier einfach darum herauszufinden, wie sich das Paar die Gruppenfotos wünscht. Manche Paare wünschen sich zusätzlich noch ungestellte oder lustige Gruppenfotos, andere Paare finden das albern und möchten das nicht. Es ist daher wichtig, vorab zu fragen.

  2. Liste schreiben lassen
    Gibt es besonders wichtige Menschen, mit denen das Paar unbedingt Fotos möchte? Es ist klug, wenn das Paar vorab eine Liste erstellt und sich vor der Hochzeit über die Konstellationen Gedanken macht. Das spart Zeit und Nerven am Hochzeitstag.

  3. Verantwortlichkeit für die Liste festlegen
    Du als Fotograf:in solltest nicht die Liste bekommen und die Leute ran holen. Du kennst ja niemanden. Das Paar soll die Liste also einem anderen Gast geben, der alle kennt und ruft. So kannst du dich auf die Fotos konzentrieren und das Paar hat keinen Stress.

  4. Dauer einschätzen
    Lass dir vor der Hochzeit die Liste schicken, damit du für das Paar die Dauer abschätzen kannst. Die Fotos an sich gehen schnell, aber das ranholen der zu fotografierenden Gäste kann lange dauern. Je nach dem wo die Gruppenfotos stattfinden und wieviele Konstellationen zu fotografieren sind, kannst du dem Paar dann eine ungefähre Dauer mitteilen, mit der sie rechnen können. Paare können oft nicht abschätzen, wie viel Zeit gebraucht wird.

  5. Ort festlegen
    Wenn wir Gruppen fotografieren, versuchen wir das Abseits aller anderen Gäste zu tun und uns die zu fotografierenden Gäste schicken zu lassen. Dadurch kommen nicht spontan immer mehr und mehr Gäste mit Fotowünschen, die garnicht geplant waren.

Tipps für bessere Gruppenfotos

  1. Fotografieren auch vor und nach dem eigentlichen Gruppenfoto
    Wir drücken bereits ab, bevor die Gäste bereit sind. Auch fotografieren wir noch, nachdem wir “Danke, haben wir!” gerufen haben. Es entstehen häufig sehr gelöste und entspannte Fotos.

  2. Prüfe die Gruppe ohne Kamera
    Wenn eine Gruppe bereit steht, schau nicht sofort durch die Kamera. Lass die Kamera hängen und nimm dir ein paar Sekunden um die Gruppe bewusst zu scannen. Haben alle Herren das Sakko auf oder zu? Hat jemand noch die Sonnenbrille auf? Hat jemand noch ein Glas in der Hand? Was ist gewünscht, was ist nicht gewünscht?

  3. Erkläre, was du tust
    Sprich mit der Gruppe und lass sie wissen, wann du fotografierst und dass du mehrere Fotos machst. Lass sie wissen, wo genau sie hinschauen sollen. Es ist wie beim Zahnarzt: Es wird für alle leichter wenn sie wissen, was passiert.

  4. Mach viele Fotos
    Lieber zu viele Fotos, als zu wenig. Prüfe auch zwischendurch das Ergebnis! Passt der Fokus? Haben alle die Augen auf? Es spielt keine Rolle wieviele Fotos du machst, eine KI wue Narrative Select spuckt dir am Ende nur die Fotos aus, auf denen alle die Augen auf hatten.

  5. Schließe die Blende
    Wenn du große Gruppen fotografierst, die versetzt in mehreren Reihen stehen, solltest du die Blende schließen. Vielleicht möchtest du ja auch den Hintergrund scharf zeigen? Bei Gruppen sind daher geschlossene Blenden sinnvoll.

Natürlichere Gruppenfotos

Unmittelbar nachdem wir eine Gruppe fotografiert haben, rufen wir gern rein, dass ab jetzt niemand mehr in die Kamera schauen sollen. Die Gäste sind im ersten Moment verwundert, viele von ihnen lachen und wissen nicht genau, wo sie hinschauen sollen. Sie schauen sich gegenseitig ein, was spätestens dann allen ein natürliches lächeln ins Gesicht zaubert. Versuch es mal!

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