Das perfekte Foto?

Jerry Uelsmann, ehemaliger Professor an der Universität Florida, entschied sich zur Durchführung eines Experimentes. Dafür teilte er seine Klasse aus Student*innen der Fachrichtung Film- und Fotografie in zwei Gruppen. Die Studierenden auf der linken Seite des Klassenzimmers bildeten die Gruppe Quantität. Ihre Abschlussnote sollte ausschließlich davon abhängen, welche Menge an Fotos sie produzierten. Dabei kam es nicht darauf an, wie gut oder schlecht diese wären. Die Leute auf der rechten Seite des Raumes bildeten die Gruppe Qualität. Ihre Bewertung würde auf Basis des besten Einzelfotos erfolgen.

Der Professor stellte am Semesterende überrascht fest, dass die besten Fotos sämtlich in der Gruppe Quantität entstanden. Diese Gruppe machte sich keine Gedanken über die Qualität ihrer Arbeit. Die Student*innen fotografierten drauflos und experimentierten unbeschwert mit Licht und Bildkompositionen. Zur gleichen Zeit beschäftigte sich die Gruppe Qualität mit unterschiedlichen Theorien, auf welchem Wege großartige Fotos zu erzielen seien. Dabei kam leider die Praxis zu kurz. Mit kreativer Freiheit und Erfahrung entwickelte sich die Gruppe Quantität zu besseren Fotograf*innen.


Sicher ist diese Geschichte recht plakativ. Ohne anwendbare Theorie- und Methodenkenntnis dürften wiederkehrend gute Fotos eher Zufallstreffer bleiben. Doch die Botschaft ist eindeutig: Praxiserfahrung und Mut zu experimentieren sind neben Kreativität unverzichtbare Voraussetzungen, um nachhaltig zu guten, vielleicht sogar einzigartigen Fotos zu gelangen. Darum lautet die Empfehlung: Wer sich als Fotograf*in selbstständig machen möchte, sollte möglichst viel fotografieren. Die Qualität stellt sich durch Wiederholung ein. Gelesen von der Geschichte haben wir übrigens in dem wunderbaren Buch Atomic Habits.

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