31. Mai 2021

Hochstapler-Syndrom. Was tun?

Kann ich das? Bin ich gut genug? Habe ich nur Glück? Kommen dir diese Fragen bekannt vor? Viele Kolleg*innen kennen diese auf Dauer quälenden Gedanken und stellen sich und ihre Arbeit infrage. Manifestiert sich das Gefühl von “Irgendwann fliegt auf, dass ich nur Glück habe”, spricht man vom so genannten Impostor Syndrom. Trotz sehr guter Leistungen und Lob von Freund*innen plagen Menschen mit Impostor Syndrom viele Selbstzweifel. Sie glauben, dass jemand ihre “Unfähigkeit” erkennen und aufdecken könnte. Uns ging es ähnlich! Immerhin hatten wir weder eine Ausbildung, noch ein Studium in irgendeinem kreativen Bereich absolviert. Die Angst, gelernte oder studierte Fotograf*innen könnten uns als Betrüger entlarven, war groß. Erfolg und Anerkennung führten nicht zur Erfüllung und Freude, sondern verstärken diese Angst. Betroffene haben das Gefühl sich nach Erfolgen noch mehr beweisen zu müssen, um den “Schein” aufrecht halten zu können und den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Vor allem wenn sich diese negativen Gedanken über einen langen Zeitraum in das Unterbewusstsein einprägen, ist es sehr schwer, diese wieder loszuwerden. Wenn Leistungsdruck und Angst den Arbeitsalltag bestimmen, ist es wichtig, sich dessen bewusst zu werden und dagegen anzukämpfen, denn wir sind nicht hilflos.

Typische Denkmuster und Symptome sind:

  • Perfektionismus
  • Überhöhtes Konkurrenz- und Leistungsdenken
  • Angst vor Misserfolg und Scheitern
  • Selbstunterschätzung der eigenen Fähigkeiten
  • Verringertes Selbstwertgefühl

Grundsätzlich gilt, dass Frauen und Männer gleichermaßen betroffen sein können. Konträr zu den eigenen Denkmustern sind Leute mit Impostor Syndrom häufig sehr fleißig, arbeiten viel und sind durchaus kompetent in ihrem Beruf. Es sind genau die Personen, die eigentlich von ihren eigenen Leistungen überzeugt sein könnten. Langfristig kann diese Angst zu Stress, Schlafstörungen oder sozialer Isolation führen.

Was hilft gegen die Selbstzweifel?

  • Visualisierung der Erfolge
  • Führen eines Tagebuch mit erledigten Aufgaben und Erfolgserlebnissen
  • Offene Kommunikation der Selbstzweifel
  • Realistische Anforderungen und Ziele formulieren

Wenn das Impostor Syndrom stärker ausgeprägt ist, ist es sehr hilfreich sich Unterstützung und Zuwendung von sozialen Kontakten außerhalb des Berufes zu suchen. Dazu zählen zum Beispiel Familie und Freund*innen. Sollte eine offene Kommunikation mit diesen Kontakten nicht helfen, ist eine professionelle Hilfe ratsam. Gerade wenn es um innere Konflikte und ein verringertes Selbstwertgefühl geht, ist es wichtig, sich bewusst mit den Ursachen auseinanderzusetzen.

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Kommentare
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Den Nagel auf den Kopf getroffen. DANKE für alle, aber besonders diesen Beitrag, der mein Herz wärmt. Grüße aus Hamburg!

Freut uns! Vielen Dank!

Einer der besten Beiträge! Danke!

Dank dir!!

Wie so oft trefft ihr mit euren Themen total ins Schwarze. Ich bin jedes Mal wieder begeistert und berührt von euren Texten. Danke, dass ihr solche unbequemen Themen anspricht und uns an die Hand nehmt. Kurz und knackig auf den Punkt gebracht! So so gut. Danke ihr zwei! Seid eine so große Inspiration mit so viel Menschlichkeit ♥️

Vielen Dank! Freut uns sehr!

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