Anfang 2026 merke ich es wieder ganz deutlich: Die ersten Anfragen für 2027 landen im Postfach. Zwei Hochzeiten für 2027 haben wir schon fest gebucht. Und genau deshalb ist jetzt der richtige Moment, sich als Fotograf oder Fotografin ernsthaft mit den Preisen für 2027 auseinanderzusetzen.
Das ist kein Thema, das man irgendwann im Sommer zwischen zwei Hochzeiten klärt. Das ist ein Thema, das jedes Jahr ganz am Anfang gehört. Denn wenn du jetzt mit falschen Preisen rausgehst, ziehst du das unter Umständen zwölf Monate mit dir herum.
In diesem Beitrag nehme dich einmal mit in meinen Denkprozess. Das ist eine grobe Rechnung, aber wird eben wegen dieser Vereinfachung auch gut nachvollziehbar.
Es beginnt nicht mit dem Markt. Nicht mit der Frage, was andere nehmen. Sondern mit einer viel wichtigeren Frage: Wie möchte ich 2027 leben?
Möchte ich Teilzeit von der Fotografie leben oder Vollzeit? Möchte ich mir etwas dazuverdienen oder soll die Fotografie mein komplettes Einkommen tragen? Diese Entscheidung ist die Grundlage für jede Preisgestaltung.
Wenn ich weiß, dass ich Vollzeit von der Fotografie leben möchte, dann kann ich relativ nüchtern rechnen. Wie viel Umsatz brauche ich als Einzelunternehmer, um meine privaten Kosten, meine betrieblichen Kosten, Rücklagen, Steuern und Investitionen zu decken? 1000€ Umsatz sind nicht dein Gewinn.
Und hier wird es wichtig, ehrlich zu sein. Viele unterschätzen, was wirklich alles in diese Rechnung gehört. Es sind nicht nur die laufenden Fixkosten wie Versicherungen, Software-Abos, Website, Marketing oder der Steuerberater. Es sind auch variable Kosten wie Fahrtkosten, Second Shooter, Albenproduktion oder Assistenz. Dazu kommen private Lebenshaltungskosten, Rücklagen für ruhigere Monate, Steuerrücklagen und Investitionen in neues Equipment.
Erst wenn ich all das realistisch einplane, entsteht eine Zahl, die wirklich trägt.
Nehmen wir als Beispiel 80.000 Euro Jahresumsatz für 2027.
Dann kommt der nächste Schritt: Mit wie vielen Hochzeiten möchte ich diesen Umsatz erreichen? Möchte ich 15 Hochzeiten fotografieren oder 25? Möchte ich eine eher exklusive Positionierung mit weniger Hochzeiten oder arbeite ich lieber mit höherem Volumen?
Sagen wir, ich entscheide mich für 20 Hochzeiten.
Dann ist die Rechnung simpel. 80.000 Euro geteilt durch 20 Hochzeiten ergibt 4.000 Euro Umsatz pro Hochzeit. Das ist mein Mindestumsatz pro Hochzeit. Nicht mein Wunschpreis. Nicht mein Traumpreis. Sondern die Untergrenze, damit mein Geschäftsmodell funktioniert.
Und genau hier passiert der häufigste Fehler.
Viele Fotografen und Fotografinnen schauen zuerst auf den Markt. Sie vergleichen sich. Sie passen sich irgendwo an. Aber wenn mein errechneter Mindestumsatz bei 4.000 Euro liegt und ich mich für 3.200 Euro anbiete, wird es am Ende mathematisch nicht aufgehen. Ganz egal, wie gut ich bin.
Gleichzeitig darf ich mir eine weitere Frage stellen: Trägt mein Markt diesen Preis?
Preis ist nicht nur eine Rechenaufgabe, sondern auch eine Frage der Positionierung. Wie ist mein Portfolio? Wie ist mein Markenauftritt? Welche Zielgruppe spreche ich an? Wenn ich 4.000 Euro pro Hochzeit erreichen möchte, muss mein gesamter Auftritt das widerspiegeln.
Das bedeutet nicht, dass ich sofort perfekt sein muss. Aber es bedeutet, dass ich 2026 strategisch nutzen darf, um genau dort hinzuwachsen. Preise und Positionierung entwickeln sich gemeinsam.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Struktur meiner Angebote. Wie verkaufe ich Hochzeiten für 4000€ oder mehr? In meinen Augen reicht es nicht, einfach nur eine Preisliste rauszuschicken, die bei 4000€ startet.
Und dann gibt es noch die mentale Seite.
Viele wissen rechnerisch, was sie nehmen müssten. Aber sie trauen sich nicht. Sie haben Angst, zu teuer zu sein. Angst, Anfragen zu verlieren. Angst, nicht gut genug zu sein.
Doch dein Mindestpreis ist keine Gier. Er ist unternehmerische Verantwortung. Wenn du langfristig gesund arbeiten willst, Rücklagen bilden möchtest und nicht in jeder Off-Season Panik haben willst, dann brauchst du eine solide Kalkulation.
Gerade jetzt, Anfang 2026, ist der perfekte Moment für diese Klarheit. Die ersten Anfragen für 2027 kommen jetzt. Und jede Zusage, die du heute machst, prägt dein komplettes Jahr 2027.
Wenn du merkst, dass dich dieses Thema stresst oder dass du zwar rechnen kannst, aber nicht weißt, wie du das strategisch umsetzt, dann musst du da nicht allein durch.
In unserem Plus-Programm begleiten wir Fotografen und Fotografinnen genau bei diesen Fragen. Wir schauen uns gemeinsam deine Zahlen an, schärfen deine Positionierung und pushen dich strategisch für 2027, damit dein Business nicht nur schön aussieht, sondern auch wirtschaftlich funktioniert.
Wenn wir dich dabei unterstützen sollen, dann schau dir unbedingt unser Plus-Programm an und melde dich bei uns. 2027 beginnt nicht nächstes Jahr. Es beginnt jetzt.
Fazit
Die Preise für 2027 entstehen nicht aus einem Bauchgefühl, sondern aus einer klaren Umsatzplanung. Wenn du weißt, welchen Jahresumsatz du brauchst, wie viele Hochzeiten du fotografieren möchtest und welche Positionierung du anstrebst, ergibt sich dein Mindestumsatz pro Hochzeit logisch daraus. Wer diese Basis sauber legt, baut kein Zufallsbusiness, sondern ein nachhaltiges Unternehmen.


