2. Januar 2021

Nachhaltigkeit in der Fotografie

Dieses spannende Thema hat in den letzten Jahren in vielen Bereichen des Lebens an Bedeutung gewonnen. Gut so! Wir verzichten auf die Plastiktüte, nutzen Energiesparlampen, achten auf eine nachhaltige und gesunde Ernährung, nutzen bevorzugt das Fahrrad und vieles mehr. Doch wie sieht es eigentlich mit der Nachhaltigkeit als Fotograf*in aus? Die gute Nachricht ist, es gibt verschiedenste Möglichkeiten den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Allerdings sollte das Thema nie von oben herab vermittelt werden. Wir zeigen dir in diesem Blogpost auf, was du tun kannst. Das heißt noch lange nicht, dass wir alles richtig machen. Mit Zahlen, Daten oder Fakten lassen sich Menschen erfahrungsgemäß eher nicht umstimmen. Durch Verständnis, gutes Zureden und dadurch, dass wir auch kleine Steps wertschätzen, schon eher.

Inhaltsverzeichnis

    1. Arbeitsmaterial

    Als Fotograf*in brauchst du auf jeden Fall einen Computer, eine Kamera und ein Objektiv. Dazu kommen zum Beispiel Dinge wie Blitze, Softboxen, Stative, weiteres Equipment, externer Monitor, Festplatten, Hintergründe und so weiter. Hier kannst du beim Kauf auf geprüfte Gebrauchswaren zurückgreifen. Es gibt viele Anbieter die generalüberholte Kameras, Objektive etc. verkaufen und dazu eine lange Garantie anbieten. Damit tust du nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern sparst auch gleichzeitig Geld. Bekannte Anbieter sind zum Beispiel ReBuy, asgoodasnew und mpb. Außerdem bieten viele Fotoläden nicht nur Neuwaren, sondern auch Gebrauchtwaren an.

    Objektive und anderes Equipment das nur selten in Gebrauch ist, kann zudem im Fotoladen ausgeliehen werden und muss nicht immer sofort gekauft werden. Außerdem kannst du Batterien (z.B. für den externen Blitz) gegen Akkus tauschen und so Müll reduzieren. Bereits seit einigen Jahren verwenden wir die Produkte von Eneloop Pro.

    2. Öko-Strom

    Ja, es macht einen Unterschied woher wir unseren Strom beziehen. Reiner Ökostrom wird aus erneuerbaren Energien generiert. Deshalb ist diese Stromquelle auch nachhaltiger und klimafreundlicher. Hier werden die Kräfte der Natur, wie zum Beispiel Wind, Wasser oder Sonne genutzt, um Energie zu generieren. Diese Energiequellen stehen dem Menschen beinahe ohne Limit zur Verfügung. Im Gegensatz dazu gibt es die herkömmlichen Stromquellen aus fossilen Energieträgern, wie zum Beispiel Kohle und Erdgas. Diese Stoffe sind im Gegenzug nur begrenzt verfügbar und tragen durch die großen Mengen von CO₂-Ausstoß erheblich zum Klimawandel bei.

    Nachhaltige Stromanbieter sind zum Beispiel Naturstrom AG, Greenpeace Energy eG, EWS Schönau eG, Polarstern GmbH und Fair Trade Power.

    3. Finanzen

    Auch beim Thema Geld kann auf Nachhaltigkeit geachtet werden! Wie bereits in der Podcastfolge über Finanzen besprochen, nutzen wir mehrere Konten. Allerdings stehen viele konventionelle Banken wegen Investitionen in Rüstungsgeschäfte, Atom- und Kohlestrom, Nahrungsmittelspekulation und Geschäftsbeziehungen mit fragwürdigen Unternehmen in der Kritik. Grüne Banken hingegen machen nur Geschäfte mit ethisch und ökologisch vertretbaren Unternehmen und fördern mit ihren Investitionen eine nachhaltige Entwicklung und soziale Projekte. Sie arbeiten transparent und halten sich an Ausschlusskriterien für ihre Investitionen. Ausgeschlossen sind in der Regel Investitionen in Unternehmen, die Geschäfte mit Gentechnik, Tierversuchen, Suchtmitteln, Kinderarbeit oder
    Menschenrechtsverletzungen machen.

    Beispiele für Grüne Banken sind Tomorrow, Triodos, UmweltBank, GLS Bank und EthikBank.

    4. Mobilität

    Es werden mit Sicherheit immer wieder Aufträge kommen, die du nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen kannst. In solchen Fällen kannst du auf umweltschonende Mobilität achten und auf öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus, Straßenbahn oder Zug zurückgreifen. Falls dies nicht Möglich ist, gibt es außerdem die Option des Car-Sharings. Auf Flugreisen sollte möglichst verzichtet werden, da die CO2 Bilanz am schlechtesten ist. Ist ein Flug nicht vermeidbar, kannst du das verbrauchte C02 berechnen und kompensieren (mehr dazu im nächsten Punkt CO2 Ausgleich).

    5. CO2 Ausgleich

    Wir können unseren CO2 Verbrauch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vollständig herunter fahren. Es gibt viele Plattformen die dir dabei helfen zu berechnen, wie viel CO2 du zum Beispiel durch eine Flugreise, Autofahrt, in deiner Firma oder in deinem Haushalt produzierst und kompensieren kannst. Du hast dann die Möglichkeit die vorgeschlagene oder eine eigene Summe an Geld zu spenden, welche dafür eingesetzt wird, das CO2 zu kompensieren. Das Geld wird bei einigen Plattformen für das Pflanzen von Bäumen verwendet. Bäume nehmen CO2 aus der Luft auf und nutzen es als Energielieferanten für Holz, Wurzeln, Blätter oder Nadeln. Außerdem gibt es Organisationen die das gespendete Geld für das Ausbauen von erneuerbare Energien in Entwicklungsländern verwenden. Damit wird das CO₂ eingespart, das sonst in diesen Ländern durch fossile Energien entstanden wäre. Und gleichzeitig profitieren die Menschen vor Ort, da sie häufig zum ersten mal Zugang zu sauberer und ständig verfügbarer Energie erhalten. Plattformen wie Atmosfair, Climate Fair, KlimaKollekte, Primaklima, myclimate und Grow My Tree können wir empfehlen!

    5. Papierloses Büro

    Papierkram ohne Papier! Das ist heutzutage tatsächlich möglich. Rechnungen, E-Mails und Cloud-Anwendungen – der Büroalltag wird zunehmend digitalisiert. Dadurch ersparst du dir nicht nur langes Suchen und gewinnst Zeit, hast deine Dokumente und Buchhaltung an einem Ort und von überall abrufbar, du reduzierst auch durch das Vermeiden des Druckers die CO2-Emmissionen und sparst Papier und Tinte. Beispiele sind ein digitaler Kalender, digitale Notizen (Evernote) und die digitale Buchhaltung (SevDesk, LexOffice).

    6. Grünes Hosting

    Bei deiner Website kannst du auf Nachhaltigkeit achten. Ziel des Green Hostings ist es, die notwendigen Server mit Strom aus alternativen Energien zu betreiben. Damit ein Webhosting wirklich als nachhaltig bezeichnet werden kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Es sollte beispielsweise Ökostrom genutzt und energieeffizient eingesetzt werden. Außerdem sollte umweltfreundliche Hardware benutzt werden, die, bei Defekt und Austausch, recycelbar ist. Beispiele für Grünes Hosting sind Avalon Networks, BioHost, GreenSta, Lands, SpaceNet und Teuto.net.

    7. Druck

    Mittlerweile liefern wir die Fotos an unsere Kunden nur noch digital aus. Gedruckte Fotos, Poster, Alben, Flyer, Visitenkarten und mehr sind Produkte, die wir an unsere Kunden verkaufen können, oder für unser Marketing nutzen. Natürlich können wir auch hier auf nachhaltige Alternativen zurückgreifen. Es gibt einige ökologisch nachhaltige Druckereien, die zum Beispiel zertifizierte Papiere aus nachhaltiger Waldwirtschaft oder Recyclingpapiere mit dem Blauen Umweltengel nutzen, Mineralöl-, soja und gefahrstofffreie (Bio-)Druckfarben auf Pflanzenölbasis nutzen und ihren Strom durch erneuerbare Energien beziehen. Doch auch hier ist es wieder sinnvoll, sich vor einem Druck zu fragen, ob dieser tatsächlich nötig und sinnvoll ist. Einige Beispiele für nachhaltiges Drucken sind die Umweltdruckerei, Lokay Umweltdruckerei und Druckhaus Berlin.

     

    8. Richtige Entsorgung von Elektrogeräten

    Jedes Technikprodukt wird früher oder später kaputt gehen. Doch wie entsorgt man defekte Technik richtig? Erstmal ist es wichtig, dass Technik nicht im Hausmüll entsorgt wird! Das ist verboten. Tatsächlich kannst du das kaputte Produkt an den Händler zurückgeben (auch Onlineshops). Dieser ist verpflichtet es zu entsorgen. Außerdem kannst du es zu dem Wertstoffhof in deiner Nähe bringen. In manchen Städten gibt es sogar Elektrocontainer für kaputte Technik wie Handys und Kameras oder Sammelstellen für Mobiltelefone.

    9. Nachhaltigkeit auf Hochzeiten

    Einige Paare sind sehr offen und dankbar über Tipps von ihren Dienstleistern. Wenn du das Gefühl hast, dass deine Brautpaare offen dem Thema Nachhaltig gegenüberstehen, kannst du sie durchaus darauf hinweisen, dass es viele nachhaltige Möglichkeiten für Hochzeiten gibt. Dazu gehört beispielsweise das Saatgutkonfetti, das Vermeiden von Luftballons (oder das Nutzen von biologisch abbaubaren Luftballons) und ein veganes/vegetarisches Buffet. Außerdem kann die Location so gewählt sein, dass der Anfahrtsweg für die Gäste möglichst kurz ist, lokale Dienstleister gebucht werden und auf Second Hand Deko zurückgegriffen wird.

    10. Fotografieren in der Natur

    Fotografieren in der Natur ist selbstverständlich sehr schön und sorgt für atemberaubende Bilder. Achte allerdings darauf, dass du die Natur für dein Bild nicht zerstörst und keinen Müll hinterlässt. Wenn wir alle auf unsere Natur und Umwelt achtgeben und diese nicht beschädigen, ist schon viel getan.

    Falls du dich noch mehr über das Thema Nachhaltigkeit informieren möchtest, schau zum Beispiel mal bei „dasselbe in grün“ vorbei. Der Verband setzt sich aktiv für eine nachhaltige Transformation der Wirtschaft ein. Sie vernetzen die nachhaltige Wirtschaft, informieren über öko-soziale Themen und bieten Tipps für sinnvolle Alternativen zu konventionellen Produkten. Ein sehr hilfreicher Überblick über nachhaltige Produkte und Dienstleistungen.

    Wenn du noch Ergänzungen, Anregungen und Tipps hast, schreibe sie sehr gerne in die Kommentare! Wir freuen uns auf dein Feedback.

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    Kommentare
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    Mega Artikel mit tollen und vielseitigen Ansätzen! Was man vielleicht noch hinzufügen könnte, obwohl ihr es mit der Leih- oder Second Hand Deko bei der Hochzeit ja schon angesprochen habt, sind Second Hand oder Leih-Outfits für die Hochzeit.

    Perfekt! Sehr gute Ergänzung! Vielen Dank!

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